Festival für Choreografie, Performance und Party
5. bis 19. März 2010, brut im Künstlerhaus, brut im Konzerthaus
Das Festival – ursprünglich initiiert als Plattform und Heimstätte für Tanz – durchlief seit seinem Bestehen verschiedene Etappen. Die einzige Konstante war dabei wohl die Veränderung selbst. Aber auch die Offenheit für neue Arbeiten, für Uraufführungen lokaler KünstlerInnen und Einladungen an Gäste aus aller Welt. Leicht war es nicht immer: 2001, im Jahr der Gründung des Tanzquartier Wien, überlegte es sich Harakiri zu begehen. Die kleine Nichte von ImPulsTanz wird aufgrund der Namensähnlichkeit auch immer wieder mit dem großen Onkel verwechselt. In den letzten Jahren hat imagetanz letztlich einen guten Platz in der Veranstalterlandschaft gefunden und seinen Schwerpunkt auf die Förderung der lokalen choreografischen Szene verlagert. Heute ist das Festival ein zentraler Produktions- und Präsentationsort für eine junge Generation von Tanz- und PerformancekünstlerInnen.
imagetanz zeigt vorwiegend Uraufführungen. Das Festival dient aber auch als Plattform, von der aus erfolgreiche Produktionen ins brut Programm aufgenommen und KünstlerInnen auch längerfristig begleitet werden. Inhaltlich geht imagetanz davon aus, dass Tanz stets eine Auseinandersetzung mit dem Körper und seiner gesellschaftlichen Rolle in der Gegenwart bedeutet. Tanz verweist über die eigene Körperreflexion hinaus und reagiert auf soziale, kulturelle und politische Impulse. imagetanz sind insofern formal ästhetische Körperübungennicht genug.
2009 war dieser Nachwuchs sehr sendungsbewusst und kommunikationsfreudig. Mit 17 verschiedenen Veranstaltungen stand das Festival in voller Blüte. Schwerpunktmäßig wurde in einigen Produktionen die lange Beziehungsgeschichte von Tanz und Musik auf ein Neues untersucht. Als Aufgabenstellung nahmen sich einige KünstlerInnen Dinge ins Extrem zu treiben und das Leben am Limit ganz auszuschöpfen. Einmal mehr zeigte sich bei imagetanz, dass viele aus Polen stammende ChoreografInnen in Wien ihre künstlerische Heimat gefunden haben.
Einige imagetanz-Produktionen gingen in der Folge auf Tour:
So wurde performance must go von Andrea Maurer & Thomas Brandstätter/studio 5 in der ImPulsTanz-Reihe [8:tension] Young Choreographers' Series gezeigt. Agata Maszkiewiczs POLSKA. Part 2 fand eine Wiederaufnahme im workspace Brussels und wird auch im Rahmen der Tanznacht im Tanzquartier Wien gezeigt. Die FIXING FREEDOM TOUR by The MOb spielte in der szene salzburg, im WUK, bei der MAK NITE, in der ImPulsTanz-Festivallounge, in der Motorenhalle in Dresden und ebenso bei der Tanznacht.
Das imagetanz-Festival ist auch 2010 wieder Präsentationsort für die junge choreografische Szene. Die 21. Ausgabe verspricht Trips in neue Welten und unbekannte galaktische Sphären. Zentrale Themen sind die Erforschung zwischenmenschlicher Muster, großer Gefühle und die Einschreibung von politischen und geschlechtlichen Ideologien in den Körper.
2010 wird die schon lange versprochene Dramaqueen endlich gekrönt. Die 21. Ausgabe verspricht unter anderem auch Trips in neue Welten und unbekannte galaktische Sphären. Zentrale Themen sind die Erforschung zwischenmenschlicher Muster, großer Gefühle und die Einschreibung von politischen und geschlechtlichen Ideologien in den Körper. Die Performances von imagetanz gehen von der Prämisse aus, dass die Kunst das Leben erfindet und nicht umgekehrt. Unter dieser Voraussetzung erscheinen die Fragen, wer könnten wir sein und wie könnten wir miteinander leben, in neuem Licht. Es kann somit frisch und frei losdefiniert werden. Am Ende geht das Festival sogar seinem noch immer rätselhaften, französisch-deutschen Titel auf den Grund.
Die Vorgangsweise der imagetanz-Nachwuchsförderung bedeutet
• das Entdecken von NewcomerInnen, d.h. KünstlerInnen zu mobilisieren, erste Arbeiten zu realisieren
• umfangreiche Betreuung im künstlerischen Probenprozess, aber auch organisatorische Hilfestellungen
• ein längerfristiges Begleiten und aktive Unterstützung bei zukünftigen Projekten
• durch die Einladung einzelner internationaler Produktionen, sowie die Offenheit hin zu spartenübergreifenden Arbeiten, Werke von jungen lokalen KünstlerInnen in einem erweiterten Kontext zu präsentieren
Bettina Kogler, Kuratorin von imagetanz, ist weiters Mitglied der Arbeitsgruppe TIGA (Tanz in ganz Austria), die das Ziel verfolgt, Tanz und Performance auf nationaler Ebene zu stärken; Ko-Kuratorin bei sommerszene salzburg 2008; Boardmember und Projektdramaturgin der
Choreographic Platform Austria 2008 in Graz.


















